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Blasenentzündung beim Kater

Sehr viele Katzen leiden immer wieder unter Blasenentzündung (Cystitis). Am häufigsten sind männlich, kastrierte, übergewichtige, Wohnungskatzen in Mehrkatzenhaushalten betroffen. Diese immer wiederkehrenden Probleme beim Urinabsatz können beim Kater einen dramatischen, lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Es kommt oft vor, dass diese Entzündung dazu führt, dass die Kater gar keinen Urin mehr absetzten können. Das ist nicht nur ein wahnsinnig schmerzhafter Zustand, sondern führt auch innerhalb weniger Stunden zum Nierenversagen.
Das mit der Blase der Katze was nicht „in Ordnung ist“ äußert sich auch nicht immer in den typischen Symptomen, die wir von uns Menschen bei Blasenentzündung kennen. Oftmals beobachten die Besitzer schon, dass die Katzen immer wieder die Toiletten aufsuchen und dort lange in der Position, die sie beim Urinabsatz einnehmen, verharren. Dann verlassen sie die Toilette und nach kurzer Zeit rennen sie erneut und versuchen zu urinieren.
Immer wieder wird das von den Besitzern auch als Verstopfung fehlinterpretiert. Die Katzenhalter denken die Kater können keinen Kot absetzen. Aber es gibt auch Katzen, die einfach nur ruhiger werden, mehr schlafen, weniger fressen und einfach nicht mehr so aktiv sind. Und das fällt natürlich auch nicht gleich auf. Auch Urinabsatz außerhalb der Toilette kann ein Hinweis sein, dass die Katze Schmerzen beim Toilettengang hat.

Was ist die Ursache dafür? Genau wissen wir das nicht. Es gibt Kater, die haben Harngrieß oder Harnsteine, das ist natürlich dann eine Erklärung für Entzündungen der Blasenschleimhaut.Aber bei den meisten handelt es sich um eine sogenannte idiopatische Cystitis. Salopp gesagt: keiner weiß genau warum. Fest steht, es ist eine Faktorenkrankheit, das heißt, mehrere Dinge begünstigen das Auftreten dieser Erkrankung. Zum Beispiel, wie oben schon erwähnt, Übergewicht, Bewegungsmangel und mehrere Katzen in einem Haushalt.
Aber das allein ist keine Erklärung. Es gibt ja auch zig Katzen, die bewegungsfaul und fett sind, die aber niemals in ihrem Leben Probleme mit ihrer Harnblase haben.
Sicher ist, dass auch Stress so eine Blasenentzündung auslösen kann. Das kann ich hier in meiner Praxis auch immer wieder beobachten. Eine Kundin stellte mir einmal hochschwanger ihre beiden Wohnungskater zum Gesundheitscheck vor. Da sie bald ein Säugling haben wird, wollte sie vorher nochmal die Kater untersuchen lassen. Außer dass beide übergewichtig waren, konnte ich keine Erkrankungen fest stellen.
4 Monate später kam sie im Notdienst und der eine Kater hatte einen Harnwegsverschluss, er konnte keinen Urin absetzten. Das war sicher kein Zufall. Wenn plötzlich ein Kind in einen Haushalt „einzieht“, ist das für Katzen eine sehr große Veränderung im Leben. Und nichts hassen Katzen mehr. Es reicht schon, wenn ein neuer Teppich ins Haus kommt. Ein schreiendes Kleinkind, dem sie, da sie reine Wohnungskatzen sind, noch nicht mal ausweichen können, das ist dann eben oftmals der auslösende Stressfaktor für so eine Blasenentzündung.

Vor kurzem kam eine Katzenbesitzerin mit ihrem Kater, der nach Jahren mal wieder nun eine Blasenentzündung hatte. Ich fragte sie, ob sie irgendwas verändert hätte. Sie stutze und gucke mich fragend an. Ich erklärte ihr, dass Stress einer der Haupterklärung ist, warum das nun nach Jahren wieder gekommen ist. Sie: Ich habe sein Lieblingssofa verkauft......

Wahrscheinlich wird eines Tages ein Gen gefunden, welches für das Auftreten dieser häufigen Erkrankung bei Katzen verantwortlich ist. Es wird dann heißen, die Katze hat das Gen, also muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sie nicht übergewichtig wird usw.

Wenn ich junge Kater kastriere, dann sind da manchmal welche, wo ich denke, den hast Du in ein paar Jahren hier liegen mit einem Harnwegsverschluss. Die sind schon als junge Tiere dick und sehr groß. Das finden viele Besitzer in der Zeit sogar sehr lustig, wenn ihr kleines Kätzchen, welches sie mit ein paar hundert Gramm gekriegt haben, sich in einem Riesentiger verwandelt. Und wenn ich denen dann was erzähle von Harnwegsverschlussgefahr, dann können die Katzenhalter damit natürlich so gar nichts anfangen.
Ich empfehle aber trotzdem immer solchen Katern viel Feuchtfutter zu geben oder auf andere Weise die Katze zu animieren über ihren Durst hinaus zu trinken. Zimmerbrunnen sind auch sehr gut. Katzen lieben oft fließendes Wasser und trinken dann häufiger und mehr als sie das täten, wenn das Wasser im Napf steht.

Vorbeugend können Sie vor allem auf die Gewichtsentwicklung und die Aktivität des Katers Einfluss nehmen. Dann versuchen Sie, über die Art der Fütterung und das Futter selber, die Flüssigkeitsaufnahme so hoch wie möglich halten. Die Katzentoilette sollte immer sauber sein, bei Wohnungskatern mindestens 2 Toiletten für einen Kater, bei 2 Katern mindestens 3. Die Toiletten sollten keine Abdeckung haben.

Alles weitere ist sehr individuell. Wenn Sie noch Fragen haben, dann rufen Sie mich an oder kommen vorbei.
Franziska Kähler

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